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"Zug der Freiheit"
Am letzten Donnerstag dem 1. Oktober 2009 begleiteten 13 Jugendliche der Jugendwerkstatt „mc mampf” den „Zug der Freiheit“ von Dresden nach Hof. Dieser Zug, original bespannt mit einer BR 232 Diesellok und fünf DDR-Schnellzugwagons, erinnerte an die Ereignisse Anfang Oktober 1989. In diesen Tagen wurden an die 4.000 DDR-Flüchtlinge aus der Prager Botschaft in die damalige BRD abgeschoben. Der Zug fuhr damals durch das DDR Territorium. Dabei kam es entlang der Fahrtroute des Zuges zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, die sich für eine Änderung der Verhältnisse in ihrer Heimat einsetzten, die die glücklichen Ausreisenden sehen, bzw. auf den Zug aufspringen wollten, und den staatlichen Organen. Demonstranten lieferten sich am Dresdner HBF eine stundenlange Straßenschlacht mit der Polizei. Der Dresdner HBF wurde demoliert. Es gab zahlreiche Festnahmen.
Das Projekt „mc mampf versteht Bahnhof”, welches von der Sächsischen Jugendstiftung und der Stiftung Demokratischer Jugend gefördert wird, beschäftigte sich seit März 2009 mit diesen zentralen Ereignissen und der Wende vor 20 Jahren. Eine Talkshow, Museumsbesuche, die DDR Modenschau, die originale DDR-Kantinenwoche, Zeitzeugeninterviews und das Nachstellen der Montagsdemonstrationen entlang der Fahrtroute des „Zuges der Freiheit“ machte den Jugendlichen, welche alle sogenannte Wendekinder sind, damalige Geschichte buchstäblich handgreifbar.
Die „Demonstrationen“ wurden auf allen Bahnhöfen aufgeführt, an denen der Zug hielt und fanden reges Interesse bei den Gästen, wie auch den Veranstaltern. „Wir sind das Volk!“, „Keine Gewalt!“ und andere Slogans riefen unter den Zuschauern Erinnerungen an die Geschehnisse von damals wach. Dazu trugen die Jugendlichen original DDR Mode und führten Plakate, Lautsprecher u.ä. mit, was den Eindruck noch verstärkte.






Auf allen Bahnhöfen konnten Interessierte Ausstellungen im Zug zu den Wendeereignissen besuchen und mit Zeitzeugen und Flüchtlingen, die den Zug begleiteten, ins Gespräch kommen. Neben unserer Jugendgruppe gab es auch Gruppen aus anderen Städten und Ländern, die ebenfalls am Programm teilnahmen.
Das Projekt fand große Beachtung in Öffentlichkeit und Presse. Entlang der Strecke fanden sich immer wieder Menschen ein, die dem Zug spontan zuwinkten, ihn fotografierten oder zu den Gedenkveranstaltungen kamen.
Kurz vor der ehemaligen DDR Grenze, am Bf. Gutenfürst gab es einen kurzen Stopp, Ansichtskarten mit einstigem Grenzstempel wurden ausgegeben, bevor der Zug über die heute nicht mehr sichtbare, Grenze nach Hof weiterfuhr, an dem es einen freudigen Empfang und anschließend ein Fest gab.
Das Zeitensprünge-Projekt fand zahlreichen Widerhall in Presse und Fernsehen. So strahlte das Dresdner Fernsehen einen Beitrag aus, der auch die Aktivitäten unserer Jugendgruppe enthielt. Ebenso der bayrische Rundfunk, die Regionalpresse in Hof, Zeit- und Spiegel online, sowie weitere Pressevertreter.
Die Veranstalter Kultur Aktiv empfanden das Ereignis und das damit verbundene Interesse in der Öffentlichkeit als sehr gelungen und bedankten sich bei allen Teilnehmern.